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Open Access

Was ist die open access-Strategie der DFG ab 2021?

Mit der Themenreihe „Open Access. Recht am Werk neu denken“ beginnen wir die Diskussion zu Herausforderungen und Chancen, die sich für Autor*innen aus Forschung und Lehre hinter dem Begriff open access (dt. freier Zugang) zu wissenschaftlichen Publikationen verbergen.

Open access (dt. freier Zugang) ist in aller Munde. Die Versprechen sind verbesserte Sichtbarkeit, Transparenz und Nachhaltigkeit von Wissenschaft. Für angehende Autor*innen in der Wissenschaft steht jedoch vielleicht der Gedanke, dass die Verwertungs- und Nutzungsrechte bei ihnen liegen, im Vordergrund. Schließlich dürfte auch der kostenlose Zugang zur Forschungsliteratur ein Argument sein. Open access ist jedoch nicht ohne Kosten realisierbar. Kosten fallen an für: die digitale Infrastruktur, die technische Aufbereitung der Veröffentlichung, ihre Langzeitarchivierung und nicht zuletzt auch geschultes administratives Personal in den Institutionen und Einrichtungen, wo die open access-Publikation erscheint. Umso wichtiger ist es, die Frage zu klären, welche Förderinstitutionen es gibt.

Lest doch dazu auch einmal unseren Artikel Open Access. Ein Einstieg. In diesem Artikel hier geben wir euch einen Überblick über die open access-Strategie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ab 2021.

Was ändert sich ab 2021?

Nach eingehender Evaluation erfolgt eine Neuausrichtung des bisherigen Programms. Dazu entsteht das neue Förderprogramm „Infrastrukturen für wissenschaftliches Publizieren“ (2019; siehe DFG-Vordruck 12.11), das die reine Förderung des Publikationsinfrastruktur beinhaltet. Die Förderung von Publikationsgebühren erfolgt nur noch im Schwesterprogramm „Open-Access-Publikationskosten“ (2020).

Förderprogramm Infrastrukturen

Das neue Programm orientiert sich an drei Schwerpunkten:

  1. Strukturbildung für die open access-Transformation. Das bedeutet insbesondere Modellentwicklung und Standardisierung von Verträgen und Finanzierungsrichtlinien.
  2. Erweiterung und Festigung offener Publikationsplattformen für eine moderne open access-Infrastruktur.
  3. Schwerpunkt Digitales Publizieren. Entwicklung und Etablierung von Techniken und Verfahren für das wissenschaftliche Publizieren.

Wir empfehlen euch an dieser Stelle das DFG-Positionspapier „Förderung von Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft“ (2018).

Dem Ziel, langfristig die Unterstützung von open access-Publikationen zu sichern, begegnet die DFG also mit einem Ansatz, der eine klare Trennung zwischen Kosten für Publikationen und Kosten für Infrastruktur zieht.

Förderprogramm Publikationskosten

Die Änderungen dazu werden in einem zwei-Phasen-Modell implementiert:

1. Phase. Anträge 2021 bis 2023

In dieser Phase erfolgt die Berechnung des Bedarfs auf der Basis aller open-access-Artikel einer Einrichtung; Bücher nur für Angehörige der geförderten Einrichtungen und deren Ergebnisse aus der DFG-Förderung.

2. Phase. Anträge 2024 bis 2027

In der zweiten Phase erfolgt die Berechnung des Bedarfs auf der Basis der open access-Artikel einer Einrichtung, die aus der DFG-Förderung hervorgegangen sind; auch zu diesem Zeitpunkt gilt freier Einsatz der Mittel; Bücher nur für Angehörige der geförderten Einrichtungen und deren Ergebnisse aus der DFG-Förderung.

Wie das open access büro berlin meldet, unterstütze das neue Programm

„Einrichtungen mit einem festen Zuschuss für Open-Access-Erstveröffentlichungen […]. Die DFG verfolgt damit das Ziel an den Einrichtungen eine konsolidierte Kostenerfassung zu fördern und somit die Struktur- und Transparenzbildung in der Einrichtung zu unterstützten, die auch für die Gesamtbetrachtung der Kostenentwicklung in Deutschland von Bedeutung ist. Langfristiges Ziel ist darüber hinaus, nur noch Veröffentlichungen zu finanzieren, die aus DFG-geförderter Forschung entstehen.“

Als Arbeitskreis Erstveröffentlichung begrüßen wir den Schritt, eine nachhaltige Förderinfrastruktur aufzubauen. Wie sich der Zusatz, dass ausschließlich Publikationen aus DFG-geförderter Forschung finanziell unterstützt werden sollen, auf die Realität von Forschenden auswirken wird, gilt es, im Auge zu behalten.

Zusammenfassung

  • Die vorgestellte Zweiteilung des Programms soll zu mehr DFG-geförderten open access-Publikationen führen; bei gleichzeitig besser erfasster Transparenz der Kosten.
  • Die Finanzierung von Publikationen beschränkt sich auf DFG-geförderte Projekte und von Autor*innen in DFG-geförderten Projekten.
  • Antragsberechtigt sind nicht mehr nur Forschende von Universitäten, sondern auch Mitarbeiter*innen von außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
  • Mittel: Sach- und Personalmittel, Workshops, Erwerbungsmittel.
  • Begutachtung: I.d.R. fallen informations- sowie fachwissenschaftliche Gutachten an.

Welche Fristen sind zu beachten?

Die erste Antragsfrist (einmal pro Jahr) endet am 4. Mai 2021. Auch in der zweiten Förderphase (2024–2027) gilt jeweils der 4. Mai als Stichtag.

Weiterführenden Informationen

Allgemeine Informationen, Einsicht in den Förderatlas sowie eine Liste mit allen geförderten Projekten erhaltet ihr über die open access-Webseite der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Einen ausgezeichneten Überblick zu Positionen des open access findet ihr über die Themenseite der Informationsplattform open-access.net. Fundierte Informationen finden sich außerdem auf der Internetpräsenz des open access büro berlin.