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Wissen und Rechte

Welche Publikationstypen gibt es?

Der Artikel gibt euch einen Überblick darüber, welche wissenschaftlichen Publikationstypen es gibt.

Welche Typen der Veröffentlichung gibt es? Was unterscheidet eine kumulative Dissertation von einer monografischen? Was ist Open Access? Ratgeber und Nachschlagewerke erklären diese Begriffe oft im Hinblick auf die notwendige Veröffentlichung einer Forschungsarbeit nach Abschluss eines Abschnitts der wissenschaftlichen Laufbahn (Promotion, Post-Doc-Stelle etc.). Wir verstehen das Recht der Veröffentlichung als ein Grundsätzliches, das Menschen mit der Aufnahme eines Studium erwerben. In diesem Beitrag findet ihr deshalb die häufigsten Begriffe überblicksartig erklärt – nicht jedoch als Rundum-Sorglos-Paket, sondern als Appell zur kritischen Reflexion.

Read the article Types of Publications in English.

Aufsatz in einer Zeitschrift

Neben der Veröffentlichung in Printform sind Online-Zeitschriften – vorangetrieben durch Trends aus den Naturwissenschaften – längst zu nicht mehr wegzudenkenden Institutionen für wissenschaftliche Publikationen geworden. Die Vorteile einer großen Sichtbarkeit für die Autor*innen korrelieren dabei mit direkten internationalen Absatzmöglichkeiten für die Verlage. Die Verlagswelt befindet sich im Zuge der Digitalisierung in einer grundsätzlichen Umbruchphase. Dies hat allerdings auch arbeitsrechtliche Veränderungen zur Folge, wie Gewerkschaften immer wieder hervorheben.

Aufsätze in Zeitschriften sind Standard in zahlreichen Disziplinen der Natur-, Wirtschafts- und den Sozialwissenschaften. Auch gemeinschaftliche Autor*inschaft (co-authorship) ist in diesen Disziplinen nicht unüblich.

Was ist peer review?

Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften durchlaufen in der Regel ein peer review-Verfahren (von engl. peer, Gleichrangige*r und engl. review, Begutachtung). Dabei handelt es sich um die Prüfung des eingereichten Aufsatzes durch eine Expert*innen-Kommission. Oft ist der peer review-Prozess ein sogenannter double blind, bei welchem die Kommission den eingereichten Artikel begutachtet, ohne über den*die Autor*in informiert zu sein. Die Entscheidung zur Aufnahme in die Zeitschrift erfolgt demnach auf Basis des Textes allein – ein Verfahren, das mehr Objektivität garantieren soll. Während der peer review-Prozess komplex und zeitaufwendig ist, ist das Ziel, die größtmögliche Qualität sicherzustellen.

Was ist Open Access?

Wissenschaftliche Publikationen sind aufgrund ihres oft geringen Absatzes teuer. Für den Verlag bedeutet das, er muss seine regelmäßigen Ausgaben (Gehälter der Angestellten, Miet-, Material-, Stromkosten u. Ä.) über einen hohen Ladenpreis kompensieren. Das große Verspechen digitaler Veröffentlichungen jedoch ist der freie Zugang zu Wissen für alle. Open Access steht für den kostenlosen Zugang zu einer Publikation.

Auf unserer Webseite entsteht das Kritische Wörterbuch Open Access. Damit bleibt ihr auf dem Laufenden.

Auch Open Access-Publikationen sind mit Kosten verbunden. So muss der Absatzverlust durch eine hohe Ausgleichssumme wieder hereingeholt werden. Die Förderung von Open Access-Publikationen im Rahmen öffentlich geförderter Forschung (durch etwa die Europäische Kommission, die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder den Bund) ist inzwischen Standard.

Aufsatz in einem Sammelband

Die Veröffentlichung als Aufsatz in einem Sammelband ist eine nach wie vor verbreitete Form in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Sammelbände werden von einer Person oder einer Gruppe an Herausgeber*innen veröffentlicht. In der Regel funktioniert die Aufnahme in einen Sammelband über die Teilnahme an einer Konferenz oder wissenschaftliche Kontakte an den Lehrstühlen und Instituten. Auch Beiträge zu Sammelbänden werden – insbesondere bei öffentlichen Call for Papers – auch einem peer review-Verfahren unterzogen.

Monografie

Die klassische Buchform mit einem*r Autor*in wird Monografie genannt. Viele Promotionen schließen mit der Veröffentlichung der Arbeit als Monografie ab. Darüber hinaus erscheinen wissenschaftliche Arbeiten von Forschenden als Monografien.

Kumulativ promovieren

Von kumulativ spricht man, wenn die Ergebnisse im Rahmen einer Promotion in einer kleinen Anzahl an vorher eigens veröffentlichten Aufsätzen, anschließend noch einmal mit Einleitung und Kapitel versehen als Monografie publiziert werden. Kumulative Dissertationen sind in den Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaftlichen eine häufige Prüfungsform und Form der Veröffentlichung. Der Begriff kumulativ ist lateinischen Ursprungs und bedeutet: (sich) anhäufend, steigernd.

Vor dem Beginn eurer Promotion: Klärt mit eurem*r Betreuer*in ab, ob eine kumulative Dissertation gemäß eurer Promotionsordnung möglich und für euer Promotionsvorhaben sinnvoll ist. Die Einschätzung eurer Vertrauensperson ist in diesem Fall sehr wichtig. Denn auch die Einzelveröffentlichungen wollen im Vorhinein in einen einen größeren Zusammenhang gesetzt sein.

  • Klärt ab, welche Zeitschriften zur Veröffentlichung dabei grundsätzlich in Frage kommen. 
  • Bringt in Erfahrung, welche Voraussetzungen für das peer review-Verfahren bestehen. 
  • Klärt, wie sich die inhaltlichen Schwerpunkte euerer Forschung über die einzelnen Veröffentlichungen verteilen sollten, sodass ein roter Faden erkennbar bleibt.

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