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Wissen und Rechte

Wie erhält man ein Verlagsangebot?

Die Verlagswahl. Wo bekomme ich Informationen?

Der erste Schritt zur Publikation ist die Frage: Wo kann ich meinen Text publizieren? Wie aber publizieren, ohne die scheinbar notwendigen Kontakte zu haben? Oder ohne ein enges Verhältnis mit bekannten Professor*innen zu haben? Oder ohne die finanziellen Mittel zu haben, die eine Publikation oft kostet. Unter diesen Umständen wird Veröffentlichen schnell zu einer exklusiven Tätigkeit, die sich nicht alle leisten können. Da wissenschaftlichen Arbeiten allerdings veröffentlicht werden müssen, wollen wir als AK Erstveröffentlichung das Wissen stärken, wie ihr bei der Veröffentlichung eurer Arbeiten zu euren Rechten kommt.

Verlage haben die Rechte an einschlägigen Reihen, Zeitschriften und geben – unter der Handschrift von Professor*innen – wichtige Sammelbände heraus. Eure Texte bekommen durch den Namen des Verlages, der auf Monografie und Sammelband steht, große Sichtbarkeit. Das ist ein wichtiger Gedanke – Sichtbarkeit –, wenn Verlage auch oft in Kritik stehen, zu viel Geld für die Veröffentlichung zu nehmen. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass euch der Verlag eine wichtige Dienstleistung erbringt, indem er den Titel gegenüber einschlägigen Institutionen, Bibliotheken und Organisationen bewirbt und vertreibt.

Verlage, Fachzeitschriften und Reihen gibt es viele. Welcher Publikationsort der Geeignetste für euch ist, findet ihr am Besten im Gespräch mit Vertrauenspersonen, euren Betreuer*innen und Freund*innen heraus. Auch Fachschaften und Bibliotheken sind gute Orte, um erste Informationen einzuholen, welche Zeitschrift in welcher Disziplin einschlägig ist. Gerne könnt ihr auch uns kontaktieren; wir bemühen uns dann, einen Kontakt für euch herauszusuchen.

Habt ihr einen Verlag gefunden, dessen Programm euch gut gefällt, ist der nächste Schritt, ein Verlagsangebot einzuholen.

Welche Unterlagen entscheiden über ein Verlagsangebot?

Für die Bewerbung müssen in der Regel min. folgende Dokumente zur Begutachtung eingereicht werden:

ein kurzes Motivationsschreiben,
das vollständige Manuskript,
die Gutachten.

Über das Lektorat findet ihr heraus, welche Dokumente der Verlag zusätzlich benötigt, um ein Angebot zu erstellen. In der Regel genügt aber per Email an das Lektorat: ein kurzes Motivationsschreiben, das Manuskript und die Gutachten, wenn es sich um Qualifikationsschriften wie eine Dissertation oder eine Habilitation handelt. Habt ihr nach ein paar Wochen keine Antwort bekommen, könnt ihr nachfragen. Ruft vielleicht einmal direkt an, um Nachfragen zu besprechen. Die Lektorate sind oft telefonisch erreichbar. Informationen zu Ansprechpartner*innen finden sich auf den Verlags-Webseiten.

Das Verlagsangebot. Was ist zu beachten?

Das Angebot erstellt der Verlag auf Basis eurer Publikationsinformationen: Wie viele Seiten hat das Manuskript? Gibt es Abbildungen? Sollen diese in Farbe gedruckt werden? Ist ein Festeinband geplant? Habt ihr schon Finanzierungsmittel, die ihr z.B. über eure Institution mitbringen könnt? Sind Drittmittel beantragt oder ist die Beantragung in Planung? Es ist euer Recht, ein schriftliches Verlagsangebot einzuholen, das festhält zu welchen Konditionen die Publikation realisierbar ist. Ihr habt auch das Recht, dieses Angebot mit anderen Angeboten zu vergleichen; bis zur Vertragsunterzeichnung seid ihr an kein Angebot gebunden.

Habt ihr euch für ein Angebot entschieden, beginnt der eigentliche Verhandlungsprozess, der je nach Verlag unterschiedlich abläuft, je nachdem wie groß das Haus ist. Lasst euch von den Mitarbeiter*innen im Lektorat über den zeitlichen Ablauf, die Kosten und Möglichkeiten der Finanzierung informieren. Oft haben Verlage verschiedene Finanzierungsoptionen und Informationen zu Fördermöglichkeiten. Weitere Informationen findet ihr hier auf unserer Webseite. Zuletzt ist wichtig: Lasst euch nach Absprache einen Vertrag zusenden, auf dessen Basis und zu den darin festgehaltenen Konditionen die Publikation erscheinen soll.